5 Musikbücher, die Du dringend lesen solltest!

Wusstest Du schon, dass heute, am 6. September, Read a book Day ist? Deswegen empfehle ich Dir heute meine fünf absoluten Lieblingsbücher, die etwas mit Musik zu tun haben. Lies doch mal rein!

Platz 5 : Verdi (Peter Härtling)

Peter Härtling - Verdi

Verdi ist zwar unantastbar in seinem Ruhm, aber er ist mir nah in seinen Schwächen und in seiner Furcht, aus der Fantasie zu stürzen, das Handwerk nicht mehr zu können.

aus dem Vorwort

Dieses kleine und schlichte Buch habe ich bei einer zehntägigen Konzertreise auf Norderney in einem Buchladen entdeckt und mitgenommen. Peter Härtling erzählt in seinem « Roman in neun Fantasien » Episoden aus dem Leben des alten Guiseppe Verdi.

Verdis Ruhm ist längst eine Tatsache, das hohe Alter und die vielen Reisen machen ihm zu schaffen. Und doch lässt ihn die Musik nicht los und er komponiert teilweise wie besessen an neuen Werken.

Auch wenn man sich am Anfang erst einmal an die Erzählweise gewöhnen muss, fand ich dieses Buch dann gerade deswegen so wunderschön. Die Ruhe im Text und die Geschichten aus dem Italien einer anderen Zeit sind für den Herbst genau das Richtige.

Platz 4 : Leonard Bernstein – Kein Tag ohne Musik (Jonathan Cott)

Jonathan Cott - Leonard Bernstein, Kein Tag ohne Musik

Ich lerne gern, ich bin ein ewiger Schüler und bin vielleicht deshalb ein ziemlich guter Lehrer

Leonard Bernstein

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich damit begonnen habe, mir von Reisen Bücher (vorzugsweise gebrauchte) mitzubringen, statt klassische Souvenirs zu kaufen. Bei einer dieser Gelegenheiten habe ich in einem Antiquariat dieses Büchlein gefunden.

Das Buch ist nichts anderes als ein (gekürztes) zwölfstündiges Gespräch zwischen dem Journalisten Jonathan Cott und Bernstein, die in Punkto Schlagfertigkeit und Intellekt voll und ganz auf Augenhöhe sind.

Aus dem rasenden Gesprächstempo spricht Bernsteins glühende Leidenschaft für die Musik, aber auch für Politik, Musiklehre, Geschichte. Ebenso kommen Klatsch und Tratsch nicht zu kurz. Bernstein stand im Zentrum des kulturellen Lebens seiner Zeit und so ist dieses Buch in meinen Augen nicht nur ein Blick hinter die Kulissen von Bernsteins Intellekt und Lebenserfahrung sondern auch ein überaus beeindruckendes Zeitdokument.

Platz 3 : Miles Davis – Die Autobiographie

Miles Davis - Die Autobiographie

Gute Musik ist gute Musik, egal um welche Art von Musik es sich handelt.

Miles Davis

Und noch ein großer Musiker des 20. Jahrhunderts findet sich in dieser kleinen Liste : der Jazztrompeter Miles Davis. Seine Musik hat Generationen von Musikern, und so auch mich, geprägt und beeinflusst. Er gehört zu den wenigen, die es geschafft haben, sich und ihre Musik immer wieder radikal zu überdenken und neu zu erfinden.

Jeder, der Spaß am Jazz hat sollte dieses Buch lesen. Man munkelt zwar, dass Miles der Wahrheit hin und wieder etwas nachgeholfen hat, aber es ist unglaublich spannend, die Welt einmal aus seiner Perspektive geschildert zu bekommen. Und so begegnet man in diesem Buch nicht nur dem oben zitierten Leonard Bernstein, sondern auch vielen anderen großen Zeitgenossen, die mal mehr, mal weniger gut wegkommen, wie Louis Armstrong, Ava Gardner, Frank Sinatra, Ronald Reagan und viele andere.

Und selbstverständlich geht es um Musik, um gute und schlechte Musiker, um die Höhen und Tiefen seines Lebens und seine große Ehrfurcht vor der Kunst.

Platz 2 : Play it again (Alan Rusbridger)

Alan Rusbridger: Play it again - Ein Jahr zwischen Nachrichten und Noten

 Also spiele ich in Tripolis, inmitten eines Bürgerkrieges, über einem leer gefegten, widerhallenden Restaurant die ersten Seiten von Chopins Ballade – über die Hotelanlage dudelt im Hintergrund ganz leise Frank Sinatra.

Alan Rusbridger

Alan Rusbridger war gerade Chefredakteur des Guardian, als er dieses Buch schrieb. Genauer gesagt handelt es sich bei « Play it again » um sein Tagebuch aus einem Jahr in dem er versuchte, eine sagenhaft schwere Chopin-Ballade am Klavier zu erlernen. Jeder Hobbypianist wird sich in seinem Kampf mit dem Stück und mit den Gegebenheiten des Alltags wiedererkennen können. Den Hintergrund dieses Kampfes bildet das Tagesgeschehen, das ebenfalls seine ganz eigenen Herausforderungen für den Chefredakteur mit sich bringt (so die WikiLeaks-Veröffentlichungen oder der Arabische Frühling)

Letztendlich birgt dieses Buch Motivation für jeden Hobbymusiker, der glaubt seine Leidenschaft für die Musik sei durch seinen Arbeitsalltag in die Schranken gewiesen. Wenn es Rusbridger gelingt, regelmäßig zu üben, um seinem großen Ziel näher zu kommen, kann es vermutlich jeder schaffen.

Neben den Berichten von den Übefortschritten zieht Alan Rusbridger außerdem namhafte Pianisten, Lehrer und Neurologen zu Rate, um sich Anregungen und Hintergrundwissen für die Bewältigung der Ballade zu holen.
Unterhaltsam, spannend und nur allzu menschlich ist dieses Buch, das ich Dir auf jeden Fall empfehle!

Platz 1 : The Music Lesson (Victor Wooten)

Victor Wooten: The Music Lesson

You can't speak Music with notes alone, but you can speak Music without notes at all!

Victor Wooten

Als mir ein Bekannter aus Kanada dieses Buch empfohlen hat, habe ich den Tipp nur zur Kenntnis genommen. Erst einige Jahre später ist es mir wieder eingefallen und ich habe es mir bestellt – was für eine Zeitverschwendung! The Music Lesson ist definitiv das beeindruckendste Buch über Musik, das ich je gelesen habe.

Es versorgt den Lesern mit einer ganzen Reihe von Aha-Momenten und beschreibt eindrucksvoll, warum Musik viel mehr ist als nur richtige Töne im richtigen Rhythmus. Dabei ist es kein trockenes Buch über Musiktheorie, sondern die Geschichte eines Ich-Erzählers, der im Kontakt mit einem « Lehrer » viel über die Musik und die Parallelen zum Leben lernt.

Gelegentlich wird es etwas esoterisch, aber der Leser behält die Freiheit zu entscheiden, was er für sich annimmt und was nicht. Für jemanden, der sich mit Musik auf einer philosophischen Ebene auseinandersetzen möchte eine Riesenempfehlung!!

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen