„Was tun wir hier eigentlich“ – Wie ein Text zu seinem Soundtrack kam

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin

Vor einer Weile habe ich hier geschrieben, warum Jazz Slams eins meiner Lieblings-Veranstaltungsformate geworden sind.

Eine, die das Texte schreiben und vortragen richtig gut beherrscht ist Jule Weber. Sie macht das fantastisch gut, dass sie deutsche U20-Meisterin im Poetry Slam geworden ist und auch sonst schon ziemlich viel abgeräumt hat, was es an Preisen in der Szene so gibt.

Immer wieder wenn wir gemeinsam auf der Bühne stehen, fasziniert mich, wie gut ihre Texte und die Musik harmonieren. Genau in den gleichen Momenten passieren auf beiden Ebenen Steigerung, Höhepunkte, Durchatmen. Oft gibt es in Jules Texten ein Wort, eine Wortgruppe oder einen Satz, die dem Text Struktur geben, weil er immer wieder kommt und jedes Mal einen neuen Abschnitt einläutet. Und immer wieder ist es auf der Bühne passiert, dass genau in diesen Momenten auch die Musik wieder zum Anfangspunkt zurückkehrt.

Als ich mir Gedanken gemacht habe, wie ich dem Album noch eine besondere Note geben kann, kam dann schnell die Idee mit dem Poetry Slam.

Deswegen wollte ich gern Jule auf words (LINK) mit einem ihrer Texte featuren (Dieses Wort habe ich schon so viel gesprochen gehört und auch selber benutzt, aber wie schreibt man das eigentlich?!). Wir hatten erst einen anderen Text ausgewählt, aber im Zusammenspiel mit meinen anderen Stücken auf dem Album erschien er mir dann ein wenig zu düster. Dann bin ich auf „Was tun wir hier eigentlich“ gestoßen und wusste, dass das der Text war, den ich wollte.

„Was tun wir hier eigentlich“ kommt komplett ohne Verben aus (mal abgesehen vom Wörtchen „tun“ im Titel) und vielleicht wird man gerade deshalb so hinein gezogen. Wort für Wort kommen einem neue Assoziationen, die diese (Liebes-)Geschichte vor dem inneren Auge entstehen lassen. Schaut Euch doch mal den Text ohne die Musik an:

Das war meine Vorlage für die Musik. Auf diese Aufnahme habe ich ein paar Mal improvisiert und mir dann ein paar grobe Ideen zurecht gelegt, die ich für das Album verwenden konnte. Ich wollte kein fertiges Stück komponieren, sondern den spontanen Charakter der Jazzslams zumindest ansatzweise einfangen. Im Studio habe ich dann die YouTube-Tonspur über Kopfhörer gehört, während ich am Klavier dazu improvisiert habe.

Im nächsten Schritt musste Jule noch den Text einsprechen. Dafür kam sie an einem Dienstag morgen von Bochum nach Erfurt gefahren, um dann ein paar Takes zu machen und nach einer halben Stunde wieder den Rückweg anzutreten. Fast 10 Stunden Fahrt für eine halbe Stunde Aufnahmen, das nenn ich mal vollen Einsatz für die Kunst!

Deswegen genießt jetzt bitte einmal mehr diesen grandiosen Text, diesmal mit meiner Wenigkeit an den Tasten:

Wenn Ihr mehr von Jule hören und sehen wollt, schaut doch mal bei Insta und Facebook vorbei!

Leave a Reply

Close Menu