Wie Musik unser Leben besser machen kann

Vor einer Weile habe ich ein paar Ansätze zusammen getragen, wie Musik die Welt besser machen kann. Heute knüpfe ich daran noch einmal an, um zu zeigen, wie Musik unsere Welt für den Einzelnen zu einem besseren Ort machen kann.

Neue Stadt, neues Glück

Da das Thema Umzug bei mir noch aktuell ist geht es damit los. Ich habe schon öfter von Freunden gehört, dass sie Schwierigkeiten hatten, nach einem Umzug Anschluss und Freunde in ihrer neuen Stadt zu finden.

Sofern man in irgendeiner Form musikalisch interessiert ist, kann man über die Musik sehr schnell neue Leute kennen lernen. In jeder halbwegs großen Stadt gibt es eine Fülle an Chören jeder Stilistik, Laien-Orchester, Tanzkurse, Trommelgruppen, … Wer mit Musik absolut nichts am Hut hat, für den mag es ja andere Optionen geben. Aber wer Musik liebt und Leute sucht, die diese Leidenschaft teilen, könnte es nicht leichter haben. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass kaum etwas so sehr verbindet wie gemeinsam Musik zu machen. Im Gegensatz zu anderen Aktivitäten wie z.B. vielen Sportkursen entsteht beim gemeinsamen Musik machen am Ende ein Gesamtergebnis, das sich nur aus der Summe der einzelnen Teile speist.

Der Prinzipalmarkt in meiner neuen Heimatstadt Münster

Geliebte Menschen

Und wie können Menschen, die Musik als Hobby betrachten damit die Welt besser machen? Sicherlich indem sie ihr Umfeld daran teilhaben lassen.

In der Gemeinde meiner Eltern in Dresden spielt der Posaunenchor regelmäßig zu Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten. Da finden sich an den unterschiedlichsten Terminen Menschen zusammen, die bereit sind ein bisschen ihrer Zeit abzugeben, um jemandem mit Musik eine Freude zu machen. Und sicherlich ist das nicht das allerhöchste musikalische Niveau, das da geboten wird. Aber trotzdem freuen sich Menschen (wie z.B. meine Omi) riesig darüber. Wenn dann noch ein paar Lieblingslieder dabei sind ist die Überraschung rundum gelungen.

Ganz ähnliches habe ich schon öfter von Klavier- oder Gesangslehrer-Kollegen gehört, die mit ihren Schülern in Altenheime gehen, um dort ihre Schülerkonzerte veranstalten. Auch dort kann Musik in dieser Form einfach einen großen Unterschied machen und trifft außerdem noch auf ein sehr dankbares Publikum.

Im Zusammenhang mit alten Menschen fällt mir auch noch die faszinierende Wirkung von Musik auf Demenzpatienten ein. Da die neuesten Erinnerungen als Erste wieder verschwinden, erinnern sich viele Patienten noch problemlos an ellenlange Lieder aus ihrer Jugend und Kindheit. In diesem spannenden Artikel zum Thema habe ich auch erfahren, dass es möglich ist, Demenzpatienten im Anfangsstadium noch das Klavierspielen beizubringen

Natürlich sind hier Investitionen in Abspielgeräte und Personal vonnöten, um mit den Patienten gemeinsam die Musik zu hören, bzw. Ihnen dabei zu helfen. Aber auch für Angehörige ist das sicher eine tolle Möglichkeit ihren geliebten Menschen aufblühen zu sehen.

A propos geliebter Mensch. Ist nicht ein ehrlich gemeintes und unperfektes Liebeslied einer der schönsten Liebesbeweise? (Natürlich nur wenn die Liebe erwidert wird, sonst wirds vermutlich eher unangenehm 😉 ) Es geht nicht immer darum, dass alles perfekt ist – die Botschaft hinter der Musik entschuldigt die Imperfektion.

Ein Instrument Lernen

Ein weiteres, und ganz klassisches, Beispiel, wo Musik das Leben des Einzelnen verändern kann ist natürlich der Instrumentalunterricht für Kinder. Den sollten Eltern ihren Kindern in jedem Fall ermöglichen und sie dann nach Kräften beim Erlernen des Instruments unterstützen. Ich denke, wenn ich einmal Kinder haben, sollen sie auf jeden Fall Musikunterricht bekommen. Welches Instrument überlasse ich ihnen, solange sie dann nicht aller zwei Wochen (oder vor allem dann, wenn es schwierig wird) ein Neues lernen wollen. Ich halte nichts davon, wenn Kinder das Instrument lernen sollen, das ihre Eltern gern gelernt hätten. Bevor ich jetzt empörte Droh-Mails bekomme: Wenn die Neigungen meines Kindes ganz und gar woanders liegen, werde ich es natürlich auch dahingehend fördern. Aber ich will ihm auf jeden Fall das Angebot machen, ein Instrument zu lernen, weil ich weiß, wie bereichernd das für den Rest seines Lebens sein kann.

Den Unterricht muss man sich als Eltern aber auch erst einmal leisten können. Ich hab selbst als Klavierlehrer in Erfurt stolze Preise abgerufen, aber ohne das hätte ich den Unterricht nicht machen können. Damit sich das dann aber auch ein kinderreicher Haushalt mit (unter-)durchschnittlichem Einkommen leisten kann müssen hier unbedingt entsprechende Förderungen aufgefahren werden. Und in den Musikschulen (besonders den kommunalen) endlich wieder mehr Leute angestellt, anstatt sie nur auf Honorarbasis zu beschäftigen. Es darf keine Frage des Einkommens sein, ob ein Kind in den Genuss einer musikalischen Ausbildung kommt oder nicht.

Philipp mit Schülerin am Klavier

besser zuhören

Und zu guter Letzt würde ich mir wünschen, dass sich jeder Einzelne von uns beim Hören von Musik aktiver mit ihr auseinandersetzt. Sowohl mit den Inhalten, als auch mit dem was zwischen den Zeilen zum Ausdruck kommt. So würde man z.B. erkennen, dass Musik von jeher davon lebt, von Elementen anderer Kulturen bereichert und verändert zu werden. Dabei schafft es Musik völlig problemlos, die Grenzen zu öffnen, die die Menschen im Kopf noch geschlossen halten. Und vielleicht wird einem dann die Absurdität dessen bewusst, dass der Sound rechtsradikaler Rockbands ohne den Blues der afro-amerikanischen Bevölkerung in den USA schlicht so nicht möglich wäre.

Letztlich ist jedes musikalische Aufeinandertreffen verschiedener Menschen immer auch Kommunikation und Begegnung auf einer emotionalen Ebene. So wie ich mir ein verpflichtendes Auslandsjahr zur Förderung von mehr Toleranz wünschen würde, wäre vielleicht auch eine Art Bandunterricht in der Schule sinnvoll. Dort könnten unterschiedliche Schüler die Erfahrung machen, dass gemeinsam mit anderen ein harmonisches Ganzes entstehen kann.

Was meinst Du? Schreib mir, wie Du dazu stehst! Vielleicht hast Du ja andere Anregungen oder Ideen, wie Musik sich positiv auf das Leben des Einzelnen auswirken könnte? Ich bin gespannt!

Titelbild: Pexels (Pixabay)
Münster-Foto: Erich Westendarp (Pixabay)

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